Raiba Mitte und Volksbank Haselünne fusionieren

Die Volksbank Haselünne und die Raiffeisenbank Emsland-Mitte fusionieren zum 1. Januar 2017 zur neuen „Raiffeisenbank Emsland Mitte“.

Haselünne. In einem Pressegespräch im Burghotel Haselünne teilten die sechs Vorstandsmitglieder sowie die beiden Aufsichtsratsvorsitzenden am Mittwoch Einzelheiten mit. Danach wird Sitz der damit viert größten Genossenschaftsbank im Emsland Haselünne sein. Übernehmende Genossenschaft werde laut Vorstand Andreas Knief „aus steuerlichen Gründen die Raiffeisenbank Emsland-Mitte“.

Die Bilanzsumme erhöht sich auf 642 Millionen Euro. Die Zahl der Mitglieder summiert sich auf 10.799. Die Eigenkapitaldecke steigt auf 85 Millionen Euro an.

Großes Einzugsgebiet

Bislang besitzen beide Banken zusammen sechs Vorstandsmitglieder. Ziel sei es, die Anzahl mittelfristig auf vier Vorstandsmitglieder und zwar je zwei für den Bankenbereich und zwei für den Warenbereich zu reduzieren.

Zudem setzt sich der neue Aufsichtsrat anfangs aus 26 Mitgliedern (21 Raiba Emsland-Mitte und 5 aus Haselünne) zusammen. Auch hier sei eine „Reduzierung durch altersbedingtes Ausscheiden“ vorgesehen.

Die neue Genossenschaft selber deckt im Bankensektor die Samtgemeinde Sögel (außer Börger) sowie die Gemeinde Lahn und die Stadt Haselünne und Samtgemeinde Herzlake ab.

Raiffeisen Ems-Vechte

Zur Raiba Mitte gehört die Raffeisen Ems-Vechte. Sie deckt auch durch zahlreiche Fusionen in den vergangenen Jahren ein weitaus größeres Gebiet ab. Die Warengenossenschaft betreibt u.a. vier moderne Kraftfutterwerke, eines davon sogar in Laar (Grafschaft Bentheim) und beschäftigt 347 Mitarbeiter an 30 Standorten. Laut Vorstand Dieter Wessels wurde die Mitarbeiterzahl in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut. Der Warenumsatz betrug im abgelaufenen Jahr 339 Millionen Euro bei einer Tonnage von 862.260 Tonnen.

Die beiden reinen Geldinstitute beschäftigen ihrerseits zusammen an zehn Standorten 148 Mitarbeiter. Raiba-Aufsichtsratsvorsitzender Otto Lieber ergänzte: „Wir wollen alle Zweigstellen erhalten.“ Auch sei nicht vorgesehen, im Bankensektor Mitarbeiter abzubauen.

Vorstand Andreas Knief nannte als Ziele der Verschmelzung „die wirtschaftliche Betreuung der Mitglieder und Kunden im gemeinsamen Marktgebiet zu vertiefen, die Vertriebsausrichtung zu verbessern, um damit die Markt- und Kundenpotenziale noch intensiver zu nutzen“. Aber auch Kostenersparnisse durch eine effizientere Verwaltung würden angestrebt.

Optimale Ergänzung

Beide Seiten sehen in der Fusion eine optimale Ergänzung. Während die Raiba in Klein-Berßen als eine von nur noch drei Banken in Weser-Ems eine Warengenossenschaft besitzt, sei die Volksbank Haselünne intensiv im Immobilienbereich unterwegs. Dazu Vorstand Gerhard Husmann: „Gerade in der Samtgemeinde Sögel wollen wir die Immobilienaktivitäten ausweiten.“

Im Rahmen einer gemeinsamen Versammlung sollen die Genossenschaftsmitglieder vermutlich im Juni 2017 die Verschmelzung offiziell beschließen.  

Die Mitglieder des zukünftigen Vorstandes und Aufsichtsrates der neuen Raiffeisenbank Emsland Mitte eG mit (von links) Hans Wolken. Gerhard Husmann, Albert Weersmann, Theo Lohe, Helmut Krüßel, Otto Lieber, Andreas Knief und Dieter Wessels. Foto: Hermann-Josef Mammes